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Kindeswohl


  1. Ø 4.6
   Kinostart: 30.08.2018

Kindeswohl: In dem Gerichtsdrama muss Emma Thompson als Richterin entscheiden, ob ein Kind eine lebensrettende Behandlung erhält, obwohl diese seiner Religion widerspricht.

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Filmhandlung und Hintergrund

Kindeswohl: In dem Gerichtsdrama muss Emma Thompson als Richterin entscheiden, ob ein Kind eine lebensrettende Behandlung erhält, obwohl diese seiner Religion widerspricht.

Der junge Adam (Fionn Whitehead) leidet an Leukämie, eine Bluttransfusion könnte sein Leben retten. Weil er als gläubiger Zeuge Jehovas aufgewachsen ist, lehnt Adam die Behandlung ab. Die Seele liegt im Blut, eine Transfusion widerspricht seiner Religion. In drei Monaten wird Adam 18 Jahre alt. Vor dem Gesetz ist er noch ein Kind. Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen reflektierten, intelligenten Teenager, der von seiner Entscheidung nicht abzubringen ist.

Die kinderlose Familienrichterin Fiona Maye (Emma Thompson) ist eine hochgeachtete Expertin. Die Karriere geht vor den Beruf. Ihr Privatleben, die Ehe mit dem amerikanischen Professor Jack (Stanley Tucci) liegt in Scherben. Intim waren die beiden schon lange nicht mehr. Als Jack darum bittet, eine Affäre mit einer jüngeren Frau beginnen zu dürfen, bricht Fiona zusammen. Da wird sie abberufen, um im Fall von Adam zu entscheiden. Kann sie den Jugendlichen zum Leben zwingen, obwohl es seiner religiösen Überzeugung widerspricht?

„Kindeswohl“ — Hintergründe

Autor Ian McEwan, dessen Romane bereits mehrfach erfolgreich verfilmt wurden („Abbitte“ und „Am Strand„), hat für das Gerichtsdrama „Kindeswohl“ selbst das Drehbuch von seinem gleichnamigen Bestseller adaptiert. Die Regie führte Richard Eyre („Der Andere„), der „Kindeswohl“ als elegantes Gerichtsdrama mit einer hochgelobten Emma Thompson („Die Schöne und das Biest„) in der Hauptrolle inszeniert. Die Rolle des jungen Adam wird von dem britischen Newcomer und „Dunkirk„-Star Fionn Whitehead übernommen.

Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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    Bewegendes und überragend gespieltes Justiz- und Ehedrama nach dem gleichnamigen Bestseller von Ian McEwan, in dem eine Richterin über das Wohl eines 17-jährigen gegen dessen Willen entscheiden muss - und gleichzeitig erkennt, dass ihre Ehe kurz vor dem Scheitern steht.

    Fiona Maye ist eine renommierte Familienrichterin. Ihre Urteile fällt sie besonnen, sie durchdenkt jeden Fall gründlich und sieht ihren Beruf als Berufung. Diese Tatsache hat sie im Laufe der letzten Jahre ihre Ehe gekostet. Denn ihr Mann Jack wirft ihr vor, sich von ihm entfernt zu haben - und er konfrontiert sie mit seinem Entschluss, eine Affäre anfangen zu wollen. Ein Vorabgeständnis, das Fiona aus der Bahn zu werfen droht. Genau in diesem Moment ereilt sie die Nachricht eines dringlichen Falls: Der 17-jährige Adam ist an Leukämie erkrankt. Um ihn heilen zu können, ist eine Bluttransfusion nötig. Doch Adams Eltern - und auch Adam selbst - lehnen dies ab. Sie sind Zeugen Jehovas und in ihrem Glauben sind Bluttransfusionen verboten. Fiona muss nun schnell eine Entscheidung treffen. Ist es das Recht der Eltern, den Glauben über das Leben des eigenen Sohns zu stellen? Und was wiegt schwerer: Adams Entscheidung - oder das Wohl eines Kindes? Richard Eyres Justiz- und Ehedrama KINDESWOHL ist die Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Ian McEwan, für die der Autor auch das Drehbuch beisteuerte. Kunstvoll, ruhig und klug führt der Film Fiona durch die verschiedenen Handlungsebenen. Emma Thompson spielt sie in ihrer ganz eigenen, unvergleichlichen Mischung aus Würde, Empathie, Sanftheit und Entschlossenheit als eine Figur, die nach außen Ruhe gibt und in deren Innern ein Sturm tobt. Der Ehekonflikt, der schwierige Fall und die Einsamkeit der Entscheidungen, die Fiona treffen muss - all das spiegelt sich in Thompsons ausdrucksstarkem Gesicht und ihrer um Fassung bemühten Haltung wieder. Als ihr Ehemann ist Stanley Tucci ein überzeugender Gegenpol, der Fiona fordert, sie verletzt und angreift, aber auch stützt und ergänzt. Gemeinsam gelingt es Thompson und Tucci, eine reife Partnerschaft zu verkörpern, die nur wenige Worte benötigt, um die Geschichte einer Liebe komplett spürbar zu machen. Ebenfalls beeindruckend ist die Leistung von Fionn Whitehead als Adam, der sich und das, woran er glauben kann, völlig neu finden muss. Die Chemie zwischen ihm und Fiona ist mit Händen greifbar, was die gemeinsamen Szenen der beiden umso intensiver gestaltet. Doch neben der privaten zwischenmenschlichen Ebene ist KINDESWOHL auch ein gesellschaftlich hochrelevanter Film, der klug die Rolle der Justiz und der Religion durchdekliniert und dazu noch einen authentischen Blick hinter die Kulissen des britischen Gerichtswesens liefert. Der gefühlvolle Score, der von subtil leisen Tönen bis hin zu dramatischen Momenten variiert, eine perfekte Ausstattung und eine exzellente Kamera sind weitere Gewerke, die KINDESWOHL zum perfekten Erzähl- und Schauspielkino machen.

    Jurybegründung:

    Der britische Melodramatiker Richard Eyre verfilmte Ian McEwans Roman "Kindeswohl" sehr nah an der literarischen Vorlage mit einer hervorragenden Besetzung und einem stilsicheren Team.
    Die Inszenierung bemüht sich um eine intensive Darstellung des oberen Mittelstandsmilieus in der englischen Metropole. Fiona Maye (Emma Thompson) nimmt als Richterin in London ihre Aufgabe sehr ernst: leidenschaftlich und konzentriert lebt sie für ihren Beruf, was einen privaten Preis hat. So steht ihre Ehe mit dem amerikanischen Professor Jack (Stanley Tucci) augenscheinlich vor dem Aus, was sie jedoch verdrängt.
    Mitten in dieser persönlichen Krise hat die Richterin einen brisanten neuen Fall zu verhandeln. Der noch nicht volljährige, hoch intelligente 17-jährige Adam (Fionn Whitehead), hat Leukämie, weigert sich aber, eine Bluttransfusion in der Klinik anzunehmen, die sein Leben retten würde, da er und seine Eltern Zeugen Jehovas sind. Vor dem Gesetz ist Adam noch ein Kind, so dass Fiona sich ein persönliches Bild macht und einen emotionalen Bezug zu Adam aufbaut. Sie entscheidet für das Kindeswohl, was ihn überleben lässt. Doch nun sucht Adam in der Richterin eine Bezugsperson, was sie von sich weist. Als Adam einen Rückfall hat, drohen die Ereignisse für alle Beteiligten zu entgleisen.
    Richards Eyres geradezu klassisch inszeniertes Melodram ist handwerklich auf höchstem Niveau und vermittelt das tragische Geschehen mit bestechender Eleganz. Fast nebenbei bietet der Film eine präzise Milieubeschreibung über eine privilegierte Schicht und ihre mühsamen Gesellschaftsübungen. Im Zentrum aber steht die darstellerische Leistung der Schauspieler, allen vorweg Emma Thompson und Stanley Tucci.
    Der Film verlässt sich weniger auf seinen geradlinigen Plot als auf die Kraft der Bilder, Gesten und Klänge. Existenzielle Probleme werden so stets emotional plausibel erzählt, auch wenn die Musik genretypisch auf große Gefühle setzt: Eyres bietet visuelles und auditives Erzählen auf beispielhaftem Niveau. KINDESWOHL ist reich und inspirierend vielschichtig.
    Angesichts seiner deutlichen Stärken, seiner packenden Inszenierung und der außergewöhnlichen Besetzung bewertet die Jury den Film mit dem Prädikat "besonders wertvoll".

    Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW)

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